03.-06. Juli 2026 um 19:30 Uhr in der TheaterFISTung
„Da kann man ja gleich mit sich selber reden.“
Diesen Sommer zeigt die Spieltrieb eine Variation aus Meinungsverschiedenheiten, Missverständnissen und Vereinzelung. In fünf turbulenten Einaktern treffen übermäßig besorgte und umsorgende Nachbarinnen aufeinander und eine heitere Verkäuferin begegnet an der Hotelbar einem windigen Vertreter. Zwei Paare essen im selben Restaurant zu Abend, wobei über Hummer und Foie Gras so mancher Fauxpas ans Licht kommt. Ein ganzes Dorf wartet außerdem geduldig auf die festliche Ansprache seiner Stadträtin und versucht gleichzeitig, allen Ansprüchen an ein gelungenes Dorffest gerecht zu werden. Schließlich versuchen Einzelne, ihr Herz auszuschütten, finden jedoch niemanden, der es auffängt.
Das Stück führt eindrücklich vor Augen, wie schwer es sein kann, miteinander zu kommunizieren. Auf eine mal überraschende, mal komische Weise interagieren Figuren miteinander, die trotz aller Zuspitzungen realistisch gezeichnet sind. Die im Stück verhandelten alltäglichen Probleme werden heutzutage vielleicht anders benannt, sind aber nach wie vor virulent: Welche Folgen hat es, wenn nur ein Partner die Care-Arbeit übernimmt? Wie entkommt man einer Situation, in der der Gesprächspartner die eigenen Grenzen nicht wahrt? Kann man Trost in einem Seitensprung finden, wenn das Feuer der eigenen Beziehung erloschen ist? Eröffnet ein One-Night-Stand neue Perspektiven? Ist Schweigen immer Gold?





Wenn man das Wort „gottverlassen“ im Duden nachschlägt, sieht man eine Abbildung des Dorfes Güllen. Kaum ein Haus hat ein dichtes Dach, kaum ein Bordstein ist ohne metertiefes Loch, kaum eine Straßenlaterne ohne Wackelkontakt. Überall riecht es nach Abwasser, und die letzte Fabrik hat schon vor langem ihre Tore geschlossen. Wer fliehen kann, tut es, und wer nicht kann, resigniert. Es scheint, als seien Güllens Tage gezählt, als plötzlich eines Nachmittags ein prunkvoller Zug in den eigentlich stillgelegten Bahnhof einfährt. Die unverschämt vermögende Claire Zachanassian ist in ihre Heimat zurückgekehrt, um das Dorf zu retten. Eine Milliarde will sie der Gemeinschaft schenken, doch nur unter einer grausam unmoralischen Bedingung.



